Der Lärm im Osten ist lauter als der Lärm im Westen


Was den bestehenden Lärmschutz an der Bahn angeht, ist Angermund schon jetzt in Osten und Westen zweigeteilt. Während in Höhe der Straße Zur Lindung Gespräche verstummen, wenn Intercity Züge vorbeirauschen, kann man sich auf der anderen Seite am Bilkrather Weg durchaus weiterunterhalten. „Das ist ein krasser Unterschied“, gab Thomas Jarzombek zu. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Verkehrspolitiker kam am regnerisch-kalten Spätnachmittag des 20. Februar extra nach Angermund, um sich selbst ein Bild vom Lärmschutz zu machen und einfach mal zu lauschen, wie laut es ist, wenn Züge vorbeifahren. CDU-Bezirksvorsteher Stefan Golißa, CDU-Ratsherr Andreas Auler und Tim Küsters, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Angermund, begleiteten ihn zum Ortstermin, den die Initiative Angermund angeregt hatte.

Initiative Angermund fordert Bahntunnel
Sie fordert einen Bahntunnel, gerade angesichts der Rhein-Ruhr-Express Planung. „Der Tunnel in Angermund ist technisch und finanziell machbar“, betonte Richard Kleinofen, Anwohner am Bilkrather Weg, der mit Ingenieurbüros für Tunnelbau und Grundwasserexperten verhandelt hat. Es geht ja auch um das Wasserschutzgebiet in Angermund. Es regnet pausenlos, während ein paar Anwohner hinzukommen, um Thomas Jarzombek zu begrüßen.
Einer von ihnen meinte: „Wenn schon die hohe Politik aus Berlin da ist, möchte ich auch Hallo sagen“. Der Anwohner lebt mit seiner Familie seit 2009 in den neuen Häusern am Bilkrather Weg und sagt, ohne die Lärmschutzwand sei er nicht hierhergezogen. Eine 4-Meter-hohe Wand schirmt am Bilkrather Weg die Anwohner vor dem Lärm ab. Auf der östlichen Seite ist es anders, da ragt eine kümmerliche Hecke in die Höhe, die dann Richtung der Straße Zur Lindung etwas höher wird. Trotzdem bietet sie überhaupt keinen Lärmschutz, weder den Anwohnern noch den Gästen vom renommierten Haus Litzbrück, das mit Restaurant und Hotel direkt an der Bahn liegt.

Eine 4-Meter hohe Schallschutzwand quer durch Angermund
Beim prall besuchten Infoabend in der Walter-Rettinghausen-Halle vom November 2014, bei dem die Deutsche Bahn die RRX-Planung vorgestellt hatte, war nur von einer 4-Meter-hohen Schallschutzwand östlich und westlich der Bahn die Rede, die sich quer durch Angermund ziehen solle. Nun will die Initiative Angermund die Deutsche Bahn in die Pflicht nehmen, sie fordert einen Bahntunnel. Im März will die Deutsche Bahn erneut die Angermunder zur Diskussion einladen- die Menschen sind gespannt, was kommt. Der NORDBOTE hält Sie auf dem Laufenden!

Das nächste Treffen zum RRX der Initiative Angermund ist am 15. März von 12.30-15 Uhr in der Walter-Rettinghausen-Halle als Veranstaltung von Bürgern für Bürger.

An den Samstagen zuvor werden jeweils Vertreter der Initiative vor Edeka Steinert mit einem Infostand sein, und zwar am 28.2., 7.2. und am 14.2. am Vormittag.