Konzept der GDS ist am Puls der Zeit


Die Schuhbranche steckt in einer Krise. Das sagte Brigitte Wischnewski, die Präsidentin des Bundesverbands des Deutschen Schuheinzelhandels, schon am ersten Messetag. Zwei Winter hintereinander waren zu mild, das Weihnachtsgeschäft lief schwach, der stationäre Handel schloss mit einem Minus von 1 Prozent ab, die kleinen Händler sogar mit 2 Prozent Minus. Der Onlinehandel legte mit 7 Prozent zu. Schuhe online zu kaufen hat sich längst etabliert.
Fazit ist: je jünger der Kunde, umso mehr kauft er online. Wie der stationäre Handel wettbewerbsfähig bleiben kann, das waren die Topthemen auf der Januarausgabe der GDS.

800 Brands und drei Themenwelten
Qualität und Passform müssen bei den Schuhen stimmen, außerdem das Preis-Leistungsverhältnis der Kollektionen. Das war die Bilanz bei den Besuchern nach drei Tagen auf der GDS in Düsseldorf mit 800 Brands und 110 Ausstellern auf der tag it! vom 10. bis 12.Februar. Es kamen weniger Besucher als noch im Jahr zuvor. Woran das liegt, wird Kirstin Deutelmoser, Director der GDS, herausfinden müssen. Zum Vergleich: im Juli 2015 waren 900 Brands dabei (2016: 800) und es kamen etwa 15.500 Besucher (2016: 15.200).
Dabei lobten alle Aussteller und Besucher die klare Hallenaufteilung. »Highstreet« mit den Platzhirschen nahm den meisten Raum ein und füllte drei Messehallen bis auf den letzten Meter. Bei Ara, Gabor, Tamaris by Wortmann, Camel Active, Rieker, S. Oliver, Birkenstock und vielen anderen gingen die Händler ein und aus. Sioux, die den Mokassin erfunden haben, und gerade den 50.Geburtstag des Grashoppers feierten, inszenierten sich gekonnt auf der GDS. Mit einem Indianer im fransenbesetzten Lederhemd präsentierte Lewin Berner, CEO von Sioux, die Charity Aktion, bei der 12 Promis wie Johnny Talbot und Fernanda Brandao Grashopper entworfen hatten, die versteigert werden, der Erlös fließt in ein indianisches Projekt. »In der letzten Saison haben wir 55.000 Paar Grashopper verkauft, die wir in 100 Variationen haben«, betont Berner. So geht Erfolg!
Bernd Wild, Marketingleiter von Tamaris: »Wir hatten auf der GDS eine gute Frequenz, aber nicht mehr so wie früher. Dabei produzieren wir für 74 Länder, sogar für Novosibirsk und die Arabischen Emirate. Immer wichtiger wird der Verfügbarkeitscheck in der Branche. Tamaris hat eine 3D App, an die alle Store Aktivitäten online angebunden sind. Was für uns extrem wichtig ist: Die Schuhe am POS auf modische Trends abstimmen. Welche Schuhe passen zur Culotte, welche zur neuen Flat Jeans. Wir stylen das auf der Fläche, um der Kundin die Wahl zu erleichtern«, betont er.

»Pop up« vertrat das urbane und alternative Segment in Halle 10
Replay, G-Star, Neosens, Dr. Martens sind treue Aussteller der GDS, die sich hier gut aufgehoben fühlen. Im „Studio“ in Halle 9 residierten die exklusiven Namen wie Kennel & Schmenger, Candice Cooper, Tosca Blu, Attilio Giusti, Floris van Bommel. Roy Robson aus Lüneburg war ein gefeierter Neuzugang auf der GDS. Stephanie Barthold, Marketing: »Unsere Präsenz hier ist eine logische Konsequenz. Nachdem wir vor ein paar Saisons mit der Schuhproduktion begonnen haben, möchten wir sie auch zeigen«. Neben den rahmengenähten Schuhen runden Gürtel und Taschen in der neuen Kollektion maskuline Outfits ab.
Das Team um Kirstin Deutelmoser hatte sich Mühe gemacht. »Wir wollen mit Trend Codes, Trend Spots, Trend Talks und Fashion Shows den Handel inspirieren. Mit der Highlight Route zeigen wir die Technologien von morgen. Ob die virtual oder augmented reality, interaktive Lösungen mit Touchscreen oder Fußscanner, an der Digitalisierung kommt niemand mehr vorbei«, fügt die GDS-Chefin hinzu.